Was sind Nachtschattengewächse?

aktualisiert am 24. Oktober 2025

Nachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der auch die Kartoffel gehört. Sie umfasst über 2.700 Arten, darunter viele bekannte Gemüsepflanzen wie Tomaten, Paprika und Auberginen. Typisch für sie ist, dass sie sogenannte Alkaloide enthalten – natürliche Abwehrstoffe, die in hoher Konzentration giftig sein können, in geringen Mengen aber unbedenklich sind.

Als Koch und Kartoffel-Fan weiß ich: Ohne die Familie der Nachtschattengewächse wäre unsere Küche um einiges ärmer an Geschmack und Vielfalt.

Welche Pflanzen gehören zu den Nachtschattengewächsen?

Zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) gehören viele bekannte Nutzpflanzen. Besonders in der Küche spielen sie eine große Rolle:

Die wichtigsten essbaren Nachtschattenpflanzen

  • Kartoffel (Solanum tuberosum)
    Unsere geliebte Knolle ist wohl das bekannteste Nachtschattengewächs. Sie liefert Energie, Vitamine und ist unglaublich vielseitig.
  • Tomate (Solanum lycopersicum)
    Fruchtig, säuerlich, und aus keiner Sauce wegzudenken.
  • Paprika und Chili (Capsicum-Arten)
    Sie sorgen für Farbe und Schärfe auf dem Teller.
  • Aubergine (Solanum melongena)
    In der mediterranen Küche unverzichtbar.
  • Tabak (Nicotiana tabacum)
    Kein Lebensmittel, aber ebenfalls Teil dieser spannenden Pflanzenfamilie.

Nicht essbare Nachtschattenpflanzen

Auch giftige Vertreter gehören dazu, zum Beispiel Stechapfel, Bilsenkraut oder Engelstrompete. Sie sind stark giftig und haben mit unseren Lebensmitteln nichts zu tun.

Was macht Nachtschattengewächse besonders?

Nachtschattenpflanzen enthalten natürliche Alkaloide, die sie vor Fressfeinden schützen. In der Kartoffel heißt dieser Stoff Solanin. In Tomaten und Auberginen sind es Tomatin bzw. Solasonin.

Diese Stoffe sind nicht per se schlecht. In kleinen Mengen sind sie völlig unbedenklich. Erst bei hohen Konzentrationen oder falscher Lagerung kann es problematisch werden.

Als Koch merke ich, dass der typische, leicht bittere Geschmack mancher Sorten oft genau von diesen Stoffen kommt – sie sind Teil des Aromas.

Sind Nachtschattengewächse giftig oder ungesund?

Viele Menschen glauben, Nachtschattengewächse seien generell ungesund. Das stimmt so nicht.

Solanin in Kartoffeln

Solanin kommt hauptsächlich in den grünen Stellen und Keimen vor. Diese entstehen, wenn Kartoffeln zu lange im Licht lagern. Solanin kann in größeren Mengen Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Mein Tipp: Schneide grüne Stellen großzügig weg oder verwende die Knolle gar nicht mehr. Beim Kochen wird Solanin nicht vollständig zerstört, aber teilweise reduziert.

Unverträglichkeiten

Manche Menschen reagieren empfindlich auf Tomaten oder Paprika – nicht wegen Giftstoffen, sondern aufgrund von bestimmten Eiweißverbindungen oder Histaminen. Das hat nichts mit einer generellen „Nachtschattenallergie“ zu tun, auch wenn dieser Begriff im Netz kursiert.

Welche gesundheitlichen und praktischen Vorteile gibt es?

Trotz der Mythen: Nachtschattengewächse sind gesund und nährstoffreich.

  • Kartoffeln liefern komplexe Kohlenhydrate, Vitamin C und Kalium.
  • Tomaten punkten mit Lycopin, einem Antioxidans.
  • Paprika enthält besonders viel Vitamin C.
  • Auberginen sind kalorienarm und enthalten Ballaststoffe.

In einer ausgewogenen Ernährung haben sie also ihren festen Platz.

Worauf solltest du achten?

  • Lagerung: Kartoffeln dunkel und kühl lagern, um Solaninbildung zu vermeiden.
  • Zubereitung: Schäle oder entferne grüne Stellen, koche oder backe Kartoffeln gründlich.
  • Abwechslung: Kombiniere verschiedene Nachtschattenpflanzen, um von ihren unterschiedlichen Nährstoffen zu profitieren.

Welche typischen Mythen kursieren?

Mythos 1: „Nachtschattengewächse sind giftig und sollten gemieden werden.“

Falsch. Nur rohe oder grüne Kartoffeln und Keime können problematisch sein. Gekochte Kartoffeln sind absolut unbedenklich.

Mythos 2: „Solanin verschwindet beim Kochen vollständig.“

Nicht ganz. Ein Teil bleibt erhalten, aber die Mengen liegen nach dem Kochen weit unter der kritischen Schwelle.

Mythos 3: „Ich reagiere auf Tomaten, also auf alle Nachtschattenpflanzen.“

Falsch. Unverträglichkeiten sind individuell und nicht auf die gesamte Pflanzenfamilie übertragbar.

Fazit

Nachtschattengewächse sind eine faszinierende Pflanzenfamilie mit vielen wichtigen Lebensmitteln – von der Kartoffel bis zur Tomate. Sie enthalten natürliche Abwehrstoffe, die in normalen Mengen nicht gefährlich, sondern Teil ihres Charakters sind. Wer Kartoffeln richtig lagert und verarbeitet, hat nichts zu befürchten.

Ich liebe es, wie vielseitig die Erdapfel-Familie ist – egal ob im Ofen, als Püree oder knusprig gebraten. Ohne sie wäre die Küche um einiges langweiliger.

Was machst du mit deinen Kartoffeln? Schreib’s mir in die Kommentare!

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Kevin Kühn

Hi! Mein Name ist Kevin, ich bin leidenschaftlicher Koch und ich liebe Kartoffeln!
In dem Magazin möchte ich Dir zeigen, was in der beliebten Knolle steckt und was man alles Leckeres daraus zaubern kann.


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